Wer seinen Rasen weniger mäht, spart Zeit und tut etwas Gutes für die Artenvielfalt.
Der Frühling ist in vollem Gange – und mit ihm beginnt eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Aktionen für den Naturschutz: der „Mähfreie Mai“. Der NABU Paderborn ruft dazu auf, in diesem Monat den Rasenmäher bewusst stehen zu lassen und der Natur eine kleine, aber entscheidende Pause zu gönnen.
„Was zunächst nach einem kleinen Verzicht aussieht, hat große Wirkung“, sagt Otmar Lüke und erklärt: „Wird der Rasen weniger häufig gemäht, entstehen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Wildblumen wie Klee, Löwenzahn oder Gänseblümchen können blühen – und genau darauf sind viele Insekten angewiesen.“
Wie groß dieses Potenzial ist, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen: In deutschen Siedlungsräumen wurden bereits über 240 Wildbienenarten nachgewiesen. Voraussetzung dafür sind ausreichend Blühflächen – und genau diese entstehen, wenn Rasen seltener gemäht wird. Gleichzeitig zeigen Praxisprojekte, dass schon das Aussetzen der Mahd auf größeren Flächen – teils über 50.000 Quadratmeter – gezielt die Insektenvielfalt fördert.
„Jeder Quadratmeter zählt“, erklärt Lüke. „Schon kleine Flächen, die nur einen Monat lang nicht gemäht werden, können die Zahl der Blütenpflanzen deutlich erhöhen – und damit auch das Nahrungsangebot für Wildbienen, Schmetterlinge und viele weitere Arten.“ Gerade in Zeiten, in denen Insektenbestände stark zurückgehen, böten naturnahe Gärten wichtige Rückzugsorte.
Die ökologische Wirkung entfalte sich dabei wie eine Kettenreaktion, erklärt der NABU-Vorsitzende. „Mehr Blüten locken mehr Insekten an, diese wiederum dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrungsquelle. So entsteht Schritt für Schritt ein lebendigeres, stabileres Ökosystem – direkt vor der eigenen Haustür.“
Neben dem ökologischen Nutzen bringt der „Mähfreie Mai“ laut NABU auch ganz praktische Vorteile: Weniger Mähen spart Zeit, reduziert Lärm und senkt den Energieverbrauch. Und nicht zuletzt verwandelt sich der eigene Garten in eine lebendige, farbenfrohe Oase.
Und das geht ganz einfach, wie der NABU-Vorsitzende erklärt. Er schlägt vor, im Mai den Rasen möglichst gar nicht oder nur teilweise mähen, einzelne Bereiche bewusst „wild“ wachsen lassen und verblühte Flächen erst später zurückschneiden.
„Wer möchte, kann seine Teilnahme sichtbar machen und Nachbarinnen und Nachbarn inspirieren, denn je mehr Menschen mitmachen, desto größer wird die Wirkung“, fasst Otmar Lüke zusammen und lädt im Namen des NABU alle ein, Teil dieser Bewegung zu werden. „Gemeinsam lässt sich mit wenig Aufwand viel erreichen – für mehr Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür“, so die Überzeugung des NABU Paderborn.